Zeitungen sind seit dem 19. Jahrhundert ein wichtiges Medium. Sie bieten wertvolle Informationen über Ereignisse und Meinungen in vergangenen und gegenwärtigen Gesellschaften. Die groß angelegte Digitalisierung von Zeitungen, die derzeit in zahlreichen (nationalen) Bibliotheken erfolgt, verspricht ein wahres Sammelsurium an Daten für die historische Forschung. Allerdings werden bei der Einrichtung des Online-Zugangs zu digitalisierten Zeitungen bestimmte Entscheidungen getroffen. Außerdem erfolgen Änderungen, die den informativen und artefaktischen Wert einer Quelle beeinflussen. Historiker sollten in der Lage sein, diese Veränderungen zu identifizieren und zu verstehen. Was zu Hause an Ihrem Bildschirm angezeigt wird, unterscheidet sich recht stark von dem, was Sie in einem Archiv in Ihren Händen halten können. Hinzu kommt, dass nationale Bibliotheken den unterschiedlichsten finanziellen, rechtlichen und technischen Sachzwängen ausgesetzt sind, die neben ihrer eigenen institutionellen Geschichte ihre Digitalisierungsstrategie festlegen. Einige Bibliotheken lagern die Verarbeitung und Auswertung von Daten über öffentlich-rechtliche Partnerschaften mit Unternehmen aus. Diese Aufgabe deckt zwei Ansätze ab: 1. Sie sind aufgefordert, die getroffenen Entscheidungen und die für die Digitalisierung und Online-Veröffentlichung verschiedener Zeitungen genutzten Technologien zu bewerten; 2. Sie analysieren die Vielfalt der Berichterstattung und beleuchten die Möglichkeiten des Online-Zugangs zu Zeitungen, indem Sie eine Vergleichsstudie durchführen.
Sehen Sie sich als Einführung in die Zeitungsdigitalisierung diese Clips zu zwei groß angelegten Digitalisierungsprojekten an, d.h. einen Clip zu einem US-Projekt, in dem sämtliche Aspekte des Chronicling America-Projekts und der Digitalisierungsprozess behandelt werden, sowie einen Clip aus Europa, der zur Förderung des Europeana Newspapers-Projekts produziert wurde. Sehen Sie sich darüber hinaus den Clip über den pensionierten Ingenieur Tom Tryniski an, der ein riesiges Zeitungskorpus digitalisiert und dieses kostenlos online bereitstellt.
Stellen Sie sich nun die wesentlichen Fragen, die bei Anwendung der Quellenkritik auf digitalisierte Zeitungen relevant sind:
Auswahl
Umwandlung von der analogen in die digitale Quelle
Abrufen
Anweisungen
Sie werden herausfinden, wie und warum Zeitungen digitalisiert werden und was erforderlich ist, um diese online einzusehen. Bedingt durch die vielfältigen Verfahren für Digitalisierungsprojekte und Webdesigns und den potenziellen Mangel an Erfahrung mit Online-Archiven ist nicht auszuschließen, dass bei Durchführung dieser Aufgabe der Gesamtüberblick verloren geht. Um zu veranschaulichen, welche Antworten auf diese Fragen erwartet werden und was die Variablen in der Tabelle bedeuten, haben wir auf Grundlage des Luxemburger Online-Zeitungsarchivs eluxemburgensia.lu und der Zeitung Tageblatt eine Musterantwort verfasst.
| 1. Einrichtung | 2. Art des Zugangs | 3. Schnittstelle | 4. Merkmale der Sammlung | 5. Metadaten-Titel | |
|---|---|---|---|---|---|
| Europeana newspapers (mehrsprachig) | |||||
| E-Newspapers CH (FR+DE) | |||||
| Gallica(FR) | |||||
| Retronews(FR) | |||||
| ProQuest(EN) | |||||
| Chronicling America(EN) | |||||
| Delpher (NL) | |||||
| ANNO(DE) | |||||
| Zeitungsportal DDR-Presse (DE) |
Tragen Sie die Antworten auf die nachfolgenden Fragen in Ihre Vorlage ein:
Zeitungen werden regelmäßig veröffentlicht und täglich oder wöchentlich gesammelt und berichten über Ereignisse in der Gesellschaft. Die Sammlungen nationaler Bibliotheken enthalten in der Regel eine große Vielfalt an Zeitungen, darunter bisweilen seltene Titel bzw. Sprachen. So finden sich beispielsweise in der Österreichischen Nationalbibliothek Zeitungen, die bis 1918 in der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie gedruckt wurden. Die polnische Nationalbibliothek wiederum enthält Zeitungen, die die Existenz besonderer kultureller Gemeinschaften der Vergangenheit widerspiegeln, und in Hebräisch, Jiddisch, Russisch und Deutsch verfasst sind. Dieser Artikel auf der Nachrichtenwebsite Gizmodo über Zeitungen mit langem Erscheinungszeitraum verdeutlicht die Kontinuität bestimmter Zeitungen. Auffällig ist die unterschiedliche Aufmachung alter und aktueller Zeitungen. Ebenso stellt das Lesen einer Zeitung eine Praxis dar, die zu einem Gefühl nationaler Identität beiträgt. Sie vergleichen gedruckte Zeitungen mit digitalen Zeitungen und der Darstellung von Ereignissen im Laufe der Zeit.
Begeben Sie sich für das Durchsuchen gedruckter Exemplare in die Bibliothek und sammeln Sie Artikel zu dem Ereignis aus verfügbaren Zeitungen (Beispiel: Wahlen, Sportereignisse, künstlerische Darbietungen wie Konzerte usw.).
Wählen Sie für die digitalisierte Fassung ein historisches Ereignis wie den Untergang der Titanic, die Ermordung des Erzherzogs Franz-Ferdinand von Österreich 1914, die Veröffentlichung der Tagebücher Anne Franks 1952, das Woodstock-Festival 1969, den Watergate-Skandal 1974 oder den Fall der Berliner Mauer 1989.
Je nach Ihrem Alter und Bildungshintergrund sind Sie an bestimmte Nachrichtenformen gewöhnt, wie Fernsehen, Radio, Zeitungen, Newsfeeds über Ihr Smartphone oder Nachrichtenwebsites. In dieser Aufgabe sollen Sie über die Quellen Ihres Wissens zu aktuellen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen reflektieren.